Giganten-Kalender: Nordlicht
Die Erdgeschichte begann vor 4,6 Milliarden Jahren. Bei einer so langen Zeitspanne ist es nur sehr schwer möglich, die zeitgeschichtlichen Abstände in die richtige Relation zu bringen. Vielleicht gelingt dies besser mit dem kalendarischen Ablauf eines Jahres. Dabei entspricht ein Tag 12,6 Millionen Jahren, eine Stunde 525.000 Jahren und eine Minute 8.750 Jahren.
Die Entstehung der Erde ist demnach am 1. Januar um 0 Uhr geschehen und die Jetztzeit findet am 31. Dezember um 23:59 Uhr und 59,999 Sekunden statt.
Die frühesten Berichte über Nordlichter sind über 2000 Jahre alt. Damit fällt die erste Erwähnung ungefähr zeitgleich mit Christi Geburt - 14 Sekunden vor Ablauf des Jahres im Kalender der Giganten.
Ursache für Nordlichter, auch Polarlichter genannt, sind Gasexplosionen auf der Sonne. Die herausgeschleuderten Partikel schießen mit der unvorstellbaren Geschwindigkeit von einer Millionen Stundenkilometern durchs All. Nach drei bis fünf Tagen erreichen sie das Magnetfeld der Erde, das wie ein Schutzschild unseren Planeten umgibt. Nur besonders starken Sonnenwinden ist es möglich die Feldlinien aufzubrechen. Dann rasen die elektrisch geladenen Teilchen mit etwa 40.000 Kilometern pro Stunde auf die magnetischen Pole der Erde zu. In 80 bis 400 Kilometern Höhe treffen sie dann auf Atome und bringen diese so zum Leuchten. Wenn solche Energieumwandlungen millionenfach vorkommen, erscheinen sie auf der Erde als Nordlichter.

Hinrich Bäsemann spannt in seinem Vortrag einen Bogen von den historischen Erklärungsversuchen über die atemberaubenden Lichterkaskaden am nächtlichen Himmel bis hin zu den astrophysikalischen Ursachen des Leuchtens. Wer einmal das Nordlicht gesehen hat, der ist von dem himmlischen Feuer der Nacht fasziniert.
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